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Liquiditätsplanung in Excel: Beispiel mit Engpass

Drei Monate Liquiditätsplanung in Excel: Einzahlungen, Fälligkeiten, verspätete Kundenzahlung und ein nachvollziehbar korrigiertes Szenario.

Geprüft am 8. September 2026 · ExcelSchnell

Eine Liquiditätsplanung in Excel beantwortet eine konkrete Frage: Reicht das Geld im jeweiligen Monat für die fälligen Zahlungen? Dafür erfassen Sie erwartete Zahlungseingänge und tatsächliche Auszahlungstermine. Unser Beispiel zeigt drei Monate, einen verspäteten Kundeneingang und eine vereinbarte Anpassung, die den vorübergehenden Fehlbetrag beseitigt.

1. Mit dem verfügbaren Anfangsbestand beginnen

Das fiktive Büro Klarpunkt startet im Oktober 2026 mit 4.000 € verfügbarem Bankguthaben. Es besteht im Beispiel keine eingeräumte Kreditlinie. Für die Planung möchte das Büro mindestens 1.000 € Reserve halten. Diese Reserve ist eine selbst gewählte Annahme, kein allgemeingültiger Richtwert.

Erfassen Sie Beträge in diesem Beispiel brutto zu ihren erwarteten Zahlungsterminen. Eine abgeschickte Rechnung erhöht den Kontostand erst beim Geldeingang. Das Existenzgründungsportal stellt bei der Liquiditätsvorschau Einzahlungen, Auszahlungen und den verbleibenden Zahlungsmittelbestand gegenüber.

2. Den Basisplan für drei Monate aufbauen

Eigener Basisplan, alle Beträge in Euro
PositionOktoberNovemberDezember
Anfangsbestand4.0004.5004.000
Kundeneingänge7.0008.0009.000
Fixe Auszahlungen3.0003.0003.000
Variable Auszahlungen2.0003.0003.500
Steuerzahlungen1.0002.0001.000
Kreditrate500500500
Auszahlungen gesamt6.5008.5008.000
Endbestand4.5004.0005.000

Die Kontrollrechnung lautet Anfangsbestand + Einzahlungen − Auszahlungen = Endbestand. Für November sind das 4.500 + 8.000 − 8.500 = 4.000 €. Der Endbestand wird im nächsten Monat zum Anfangsbestand. Die Kreditrate zählt als Auszahlung, auch wenn ihr Tilgungsanteil keine Betriebsausgabe der EÜR ist.

3. Das Risiko an der richtigen Stelle testen

Ein Kunde kündigt an, 5.000 € der Novemberrechnung erst im Dezember zu überweisen. Die Leistung bleibt dieselbe, und über beide Monate zusammen kommt derselbe Betrag an. Trotzdem verändert sich der zwischenzeitliche Kontostand erheblich.

Szenario: 5.000 € kommen einen Monat später
PositionOktoberNovemberDezember
Anfangsbestand4.0004.500−1.000
Einzahlungen7.0003.00014.000
Auszahlungen6.5008.5008.000
Endbestand4.500−1.0005.000

4. Eine konkrete, bestätigte Änderung einarbeiten

Im eigenen Beispiel vereinbart das Büro mit einem Lieferanten, eine Novemberzahlung von 2.000 € auf Dezember zu verschieben. Die Vereinbarung ist vor der bisherigen Fälligkeit bestätigt. Es wird keine Steuerzahlung eigenmächtig verschoben und keine unbestätigte Kreditzusage als Guthaben angesetzt.

Verspäteter Eingang plus vereinbarte Lieferantenzahlung
PositionOktoberNovemberDezember
Anfangsbestand4.0004.5001.000
Einzahlungen7.0003.00014.000
Auszahlungen6.5006.50010.000
Endbestand4.5001.0005.000

Die Änderung löst den Monatsend-Engpass dieses Beispiels. Sie sagt noch nicht, ob innerhalb des Novembers zu jedem Fälligkeitstag genug Geld vorhanden ist. Prüfen Sie bei knapper Liquidität zusätzlich die einzelnen Tage oder Wochen. Eine Einzahlung am 28. hilft nicht bei einer Rechnung, die schon am 5. fällig wird.

Der monatliche Liquiditätsverlauf mit Ein- und Auszahlungen
Der monatliche Liquiditätsverlauf mit Ein- und Auszahlungen Abbildung von der Produktseite bei ExcelSchnell.

5. Monatliche Planung und Jahres-Szenarien unterscheiden

Die Arbeitsmappe enthält EINNAHMEN, AUSGABEN_FIX, AUSGABEN_VAR, STEUERN, KREDITE und LIQUIDITAETSVERLAUF. Dort bilden Sie den Zeitpunkt der Zahlungen ab. Im Blatt SZENARIEN werden dagegen Faktoren auf Jahressummen angewendet: Basis, optimistische und pessimistische Annahmen.

Diese Jahresfaktoren verschieben nicht automatisch eine bestimmte Kundenrechnung von November auf Dezember. Für den hier gezeigten Terminfall brauchen Sie eine separate Szenario-Kopie des Monatsplans oder eine eigene Vergleichstabelle. Bewahren Sie den ursprünglichen Basisstand auf, damit Sie den Unterschied erklären können.

6. Den Plan mit neuen Informationen fortschreiben

  1. Gleichen Sie den Anfangsbestand mit dem Konto ab. Gesperrte oder nicht verfügbare Mittel separat behandeln.
  2. Prüfen Sie offene Kundenrechnungen nach erwartetem Zahlungstag und Verlässlichkeit.
  3. Übernehmen Sie fällige Lieferantenbeträge, Kreditraten und den abgestimmten Steuerkalender.
  4. Vergleichen Sie Plan und Ist; erklären Sie jede wesentliche Abweichung.
  5. Bestätigen Sie Gegenmaßnahmen und rechnen Sie den Verlauf anschließend erneut durch.

Verwenden Sie keine pauschalen Umsatzsteigerungen, um eine Unterdeckung verschwinden zu lassen. Notieren Sie die Voraussetzung jeder Annahme: Zahlung zugesagt, Angebot noch offen oder Termin ungeklärt. Für vergangene Zahlungen und die steuerliche Aufbereitung ergänzt der EÜR-Ratgeber diesen Blick nach vorn.

Bereiten Sie Ihren nächsten Zahlungsabgleich vor

Auf der Produktseite sehen Sie den Monatsverlauf und die getrennten Zahlungsbereiche. Nutzen Sie diese Struktur, um Annahmen und Engpässe verständlich zu besprechen.

Ihre Liquidität Monat für Monat überblicken

Quellen und Grundlagen

Informationen und Vorlage geprüft am 8. September 2026. Die Rechenfälle wurden für diesen Ratgeber entwickelt; Namen und Zahlen sind fiktiv.

Häufige Fragen

Warum reicht der Jahresgewinn nicht?

Gewinn und verfügbares Geld sind verschieden. Auch bei gleichem Jahresendbestand kann zwischendurch ein Zahlungsengpass entstehen.

Verschieben die Szenario-Faktoren einzelne Zahlungen?

Nein. Das Szenario-Blatt verwendet Faktoren auf Jahressummen. Terminverschiebungen vergleichen Sie im Monatsplan.

Ist ein positiver Monatsendbestand ausreichend?

Bei knapper Liquidität müssen zusätzlich die Zahlungstage innerhalb des Monats geprüft werden.

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